Kirche Pfarrei St. Laurentius Wettzell

Geschichte der Pfarrei Wettzell


 

Die Kirche in Wettzell war von jeher dem hl. Laurentius geweiht. Laurentius Kirchen gehören mit zu den ältesten Kirchen Bayerns. Zum ersten Mal finden wir den Namen Wettzell in einer Schenkungsurkunde vom Jahre 1115, in der Hervic von Wescilscella als Zeuge genannt wird, als Graf Adalbert I. von Bogen und seine Gemahlin Hadwica von Windberg, dem Kloster Oberalteich eine Hörige überlassen.

Des weiteren wird Wecelscelle in einer Schenkungsurkunde vom 09.06.1209 erwähnt. Dort heißt es die Schenkung soll bestehen in der Mutterkirche zu Anprukke mit deren Tochterkirchen Pebraha (Böbrach), Sackenriede und Wecelscelle bezüglich patronatsrecht und Zehent und dem Dorfe Anprukke samt Zubehör.

Die Schenkung von Arnbruck, Wettzell, Sackenried und Böbrach an das Kloster Niederalteich fand aber vorerst nur auf dem Papier statt. Erst im Jahr 1242 nach dem das Geschlecht der Grafen von Bogen ausgestorben war, bestätigte Otto II. dem Kloster Niederalteich den Besitz. Das Patronatsrecht über die Kirche Wettzell hatte das Kloster Niederalteich inne bis zur Säcularisation 1803.

Das Gotteshaus, das schon 1209 bestand, war wohl wie die Kirche in Sackenried ein romanischer Bau. Etwa um 1500 wurde ein grösseres gotisches Presbyterium gebaut, welches heute noch steht und gut erhalten ist. Das Schiff der Kirche hatte im Laufe der Jahrhunderte sehr gelitten und befand sich bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in einem schlimmen Zustand. Trotzdem musste die alte Kirche noch über hundert Jahre Dienst tun. Endlich 1848 erfolgte der dringend erforderliche Neubau des Schiffes, das nun erweitert und bis zur Friedhofsmauer verlängert wurde.
Eingeweiht wurde die Kirche am 14. Mai 1868 durch Bischof Ignatius v. Senestrey. Aus der Zeit des Neubaues stammt auch die Haupteinrichtung der Kirche. Drei gotische Altäre, die Kirchenstühle und die Kanzel, ebenso die Orgel von Edenhofer.

Der Turm, aus der Zeit des Presbyteriums oder noch älter, trug früher ein Schindeldach. 1889 wurde es mit Bleiblech eingedeckt. Vor dem 1. Weltkrieg hingen 5 Glocken im Turm. Mittlerweile ist der Bestand wieder auf 4 ergänzt worden.

 

Die Pfarrei Wettzell

Bisher konnte noch nicht nachgewiesen werden wann Wettzell eine selbständige Pfarrei und Sackenried eine Filiale von Wettzell wurde. Jedoch schon 1433 hatte Wettzell einen Plebanus=Priester. Die Reihe der Priester in Wettzell läßt sich bis in unsere Zeit nachvollziehen.
Der Umfang der Pfarrei hat sich gegen früher etwas verschoben. So gehörte Weidenhof und Wurz, jetzt bei der Expositur Steinbühl, bis 1902 zu Wettzell. Kronberg wurde 1914 nach Viechtach eingepfarrt. Hingegen kam Lammerbach 1819 zur Pfarrei Wettzell.
Jetzt umfasst die Pfarrei Wettzell folgende Ortschaften und Weiler:

Buchberg, Dachsried, Erlau, Fischerhof, Hainzlhof, Höllenstein, Kaitersbach, Kaltenbrunn, Kammern, Kastlmühle, Klobighof, Lammerbach, Leckern, Nebenweg, Nelzer, Poppenzell, Ried, Sackenried, Stockmühle, Wettzell
Die Seelenzahl beträgt zur Zeit ca. 550. Als Weidenhof, Wurz und Kronberg noch zu Wettzell gehörten waren es 700 bis 750 Seelen. Im Jahr 1675 waren es nur 453 Seelen.

Original  einer Wettzeller Kirchenrechnung aus dem Jahre 1727